Finanzplanung für internationale Studierende in Deutschland

Ein Studium in Deutschland bringt besondere finanzielle Herausforderungen mit sich. Zwischen Semestergebühren, Krankenversicherung und Lebenshaltungskosten kann man schnell den Überblick verlieren. Wir kennen das – und haben deshalb einen strukturierten Ansatz entwickelt, der dir hilft, deine Finanzen realistisch zu planen.
Die meisten Studierenden unterschätzen anfangs bestimmte Kosten oder wissen nicht genau, welche Optionen ihnen zur Verfügung stehen. Das ist völlig normal. Wichtig ist nur, dass du dir frühzeitig einen Plan machst, bevor du nach Deutschland kommst.

Die wichtigsten Schritte deiner finanziellen Vorbereitung

1

Sperrkonto einrichten

Für dein Visum brauchst du ein Sperrkonto mit etwa 11.208 Euro für 2025. Das klingt nach viel – ist aber aufgeteilt über zwölf Monate und deckt deine Grundkosten ab. Die meisten Banken bieten digitale Einrichtung an.

2

Krankenversicherung verstehen

In Deutschland ist Krankenversicherung Pflicht. Als Student zahlst du etwa 110 Euro pro Monat. Klingt kompliziert, aber es gibt nur wenige Optionen – und die sind alle ähnlich strukturiert. Man gewöhnt sich schnell daran.

3

Wohnkosten kalkulieren

Ein WG-Zimmer kostet zwischen 300 und 500 Euro, je nach Stadt. München und Frankfurt sind teurer, kleinere Städte deutlich günstiger. Studentenwohnheime sind oft die bessere Option – wenn man einen Platz bekommt.

4

Nebenjob berücksichtigen

Du darfst 120 volle oder 240 halbe Tage im Jahr arbeiten. Bei 12 Euro Mindestlohn können das 400-600 Euro monatlich sein. Viele Studierende finanzieren so ihre Extras – Reisen, Ausgehen, besseres Essen.

5

Versteckte Kosten einplanen

Semesterticket, Bücher, GEZ-Gebühren – es gibt einige Kleinigkeiten, die sich summieren. Rechne mit etwa 100-150 Euro zusätzlich pro Monat. Das vergessen viele am Anfang.

6

Finanzpuffer aufbauen

Plane mindestens 1000 Euro Extra ein. Für Notfälle, Kaution, oder wenn du am Anfang noch keinen Job hast. Das beruhigt ungemein und gibt dir Zeit, dich einzuleben.

Studierende bei der Finanzplanung mit Unterlagen und Laptop

Realistische Budgetplanung für dein erstes Jahr

Die ersten Monate in Deutschland sind finanziell oft die schwierigsten. Du musst Kaution zahlen, erstmal Haushaltssachen kaufen, vielleicht ein Fahrrad besorgen. Gleichzeitig kennst du die günstigen Läden noch nicht und weißt nicht genau, wo du sparen kannst.

Deshalb macht es Sinn, für die ersten drei Monate etwas mehr Geld verfügbar zu haben. Danach hat man meist ein Gefühl dafür entwickelt, wie viel man wirklich braucht. Und welche Ausgaben sich reduzieren lassen.

Ein typisches monatliches Budget sieht so aus: 350 Euro Miete, 250 Euro Essen und Haushalt, 110 Euro Krankenversicherung, 80 Euro Handy und Internet, 100 Euro Transport und Freizeit. Das sind etwa 890 Euro – also knapp unter dem Sperrkonto-Betrag von 934 Euro monatlich.

Mit einem Nebenjob kannst du dir dann zusätzliche Dinge leisten oder anfangen zu sparen. Viele Studierende schaffen es nach ein paar Monaten, weniger vom Sperrkonto zu nehmen und mehr selbst zu verdienen.

Häufige Fragen zur Finanzierung

Theoretisch ja, praktisch schwierig – besonders im ersten Jahr. Die Arbeitserlaubnis erlaubt dir genug Stunden, um etwa 400-600 Euro zu verdienen. Das deckt aber nicht alle Kosten, und du brauchst trotzdem das Sperrkonto fürs Visum.

Viele Studierende arbeiten mehr im Bachelor und bauen sich ein finanzielles Polster auf. Im Master oder bei höheren Semestern ist es dann einfacher, weil man die Sprache besser spricht und qualifiziertere Jobs findet.

Der DAAD ist die bekannteste Option, aber es gibt auch viele kleinere Stiftungen. Die Bewerbung lohnt sich fast immer – selbst Teilstipendien von 200-300 Euro monatlich helfen enorm.

Manche Stipendien kannst du erst beantragen, wenn du schon in Deutschland studierst. Informier dich also auch nach deiner Ankunft weiter. Die Studienberatung deiner Uni kennt meist lokale Programme.

Erst mal: tief durchatmen. Die meisten Unis haben Härtefallfonds oder Notfallkredite für Studierende. Das sind keine großen Summen, aber sie können eine Lücke überbrücken.

Wichtig ist, dass du frühzeitig mit der Studienberatung sprichst. Je früher du das Problem ansprichst, desto mehr Optionen gibt es. Viele Studierende haben ähnliche Situationen durchgemacht – es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten.

Auf jeden Fall. Die meisten deutschen Banken bieten kostenlose Studentenkonten an. Du brauchst ein deutsches Konto für viele Dinge – Miete, Nebenjob, Semesterbeitrag.

Das Sperrkonto ist nur für den Visumsprozess gedacht. Sobald du in Deutschland bist, solltest du ein normales Girokonto eröffnen. N26, DKB oder lokale Sparkassen sind beliebte Optionen bei Studierenden.

Gregor Voss, Finanzberater für internationale Studierende
Gregor Voss
Studienfinanzierung

Persönliche Beratung macht den Unterschied

Jede finanzielle Situation ist anders. Manche Studierende haben Unterstützung von Familie, andere finanzieren alles selbst. Einige kommen aus Ländern mit starker Währung, andere müssen jeden Euro zweimal umdrehen.

Ich arbeite seit acht Jahren mit internationalen Studierenden und sehe immer wieder: Die besten Pläne sind die, die zu deiner individuellen Situation passen. Es bringt nichts, einen Standard-Plan zu übernehmen, der für deine Lebensrealität nicht funktioniert.

Wir können uns zusammensetzen und deinen konkreten Fall durchgehen. Wo kannst du sparen? Welche Einnahmenquellen hast du übersehen? Gibt es spezielle Programme für dein Herkunftsland? Oft finden wir Möglichkeiten, an die du vorher nicht gedacht hast.

Unser nächster Beratungstermin für Studienanfänger September 2025 startet im März. Wenn du dich jetzt meldest, können wir deinen Finanzplan in Ruhe durcharbeiten, bevor du nach Deutschland kommst.

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